Videre et videri: Vom Sehen und Gesehenwerden in der Bildung

So lautet mein Beitrag, der gerade in der Zeitschrift Forum Wissenschaft des Bunds demokratischer Wissenschaftler_innen erschienen ist. Darin nehme ich ähnlich wie bei meinem Vortrag “Die Gespenster der Digitalen Bildung. Oder wie viel Humboldt darf es sein” oder im Beitrag “The dark side of the MOOC” eine kritische Perspektive ein.

Hier die Ankündigung:

Open Education wird mit der Hoffnung auf mehr Chancengerechtigkeit durch eine steigende Verfügbarkeit freier Bildungsmaterialien verbunden. Die Erwartungen haben in letzter Zeit einen Dämpfer erfahren, als die Rezeption von Massive Open Online Courses (MOOCs) ernüchternde Ergebnisse zeitigte. Markus Deimann eröffnet mit seinem Beitrag nun die Diskussion über die nicht zu unterschätzende ›dunkle Seite‹ von Open Education, die Offenheit in ihr Gegenteil verkehren kann – Kontrolle und Disziplinierung.

Und hier der Text:

FW-14-4-Deimann_Videre

Neue Publikation: “The dark side of the MOOC”: Eine Hochschule für alle? erschienen

Die DAAD (Deutscher Akademischer Austausch Dienst) Projektgruppe “Virtuelle Bildung” hat nun (endlich) den Abschlussbericht “Die internationale Hochschule. Die Internationalisierung der deutschen Hochschulen im Zeichen virtueller Lehr- und Lernszenarien” vorgelegt. Endlich, weil der Bearbeitungszeitraum der Projektgruppe zwischen November 2012 und November 2013 lag. Die vielfältigen Aktivitäten (Call-for Papers, Expert_innen-Interviews, Workshops) kosteten aber einfach so viel Zeit und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Hier gibt es den Abschlussbericht als open access Download.

Ich selbst war auch aktiv in der Projektgruppe:

  • Mein Beitrag “The dark side of the MOOC”: Eine Hochschule für alle? beginnt auf Seite 174
  • Meine Folien zum Vortrag auf der DAAD-Leitertagung in Bonn findet sich hier
  • Mein Blogposting zur Arbeit in der Projektgruppe

 

Die Gespenster der Digitalen Bildung

Mein Vortrag im Rahmen des Hagener Forschungsdialogs der FernUniversität in Hagen liegt nun schon 14 Tage zurück und ist bereits in verschiedenen medialen Kanälen aufbereitet worden:

Das Video der nachträglichen Vortragsaufzeichnung auf YouTube

Die Folien auf Slideshare

und der Bericht der Pressestelle der FernUniversität in Hagen

http://www.fernuni-hagen.de/universitaet/aktuelles/2014/11/24_am_markus_deimann_spricht_ueber_digitale_bildung.shtml

Podiumsdiskussion mit den Piraten NRW

Im Nachgang zur OER 2014 Konferenz in Berlin folgte eine Einladung der Piratenpartei NRW zu eben diesem Thema. Am Mittwoch Abend war es dann soweit, um mit Sebastian Seitz (Technologiestiftung Berlin), Simon Koehl (serlo.org) und Matthias Bock (Fachreferent im Landtag von Nordrhein-Westfalen) mit der freien Sprachkonferenzsoftware Mumble eine Podiumsdiskussion zu machen. Unsere Gastgeber waren sehr gut vorbereitet und so konnten wir in 110 Minuten eine Reihe von zentralen OER-Aspekten (Qualitätskontrolle, OER in der Schule und Hochschule) behandeln.

Der Mitschnitt zur Diskussion findet sich hier.

Vielen Dank nochmals an die Piraten NRW für die tolle Moderation und das fundierte Wissen, das ihr in die Diskussion eingebracht habt.

Zu Gast beim #e20MOOC zu Social Media Guidelines

In der letzten Woche war ich zu Gast beim #e20MOOC Enterprise 2.0 und durfte mit dem Rechtsanawalt Carsten Ulbricht das Thema Social Media Guidelines diskutieren. Im Vorfeld hatte ich etwas Bedenken, dass sich dadurch ein starker Schwerpunkt auf juristische (Detail-)Fragen ergeben könnte. Tatsächlich entwickelte sich dann ein Gespräch auf einer breiten Ebene, wobei es neben den juristischen Thema Urheberrecht um das bildungsphilosophische Thema Offenheit, mit dem ich mich seit einiger Zeit beschäftige, ging.

Auf die Frage, wie denn Social Media Guidelines denn nun konkret ausgestaltet sein sollten, antworteten wir mit “möglichst konstruktiver dialog-orientierter Prozess mit vielen Beteiligten”. Guidelines sollten weder zu detailliert (da abschreckend), noch zu allgemein (da vage sein). Hilfreich sind tatsächliche Fälle, bei denen es zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen wegen Social Media gekommen ist.

Insgesamt ein für mich spannendes und anregendes Gespräch, das zeigte wie facettenreich das auf den ersten Blick vielleicht schmale Thema doch ist.

Danke nochmals an Wilke Riesenbeck für die tolle Moderation.

Rückblick zur #OERde14

Zwei Tage OERde14 sind nun gerade zu Ende gegangen und hier sind meine Eindrücke. Insgesamt eine toll organisierte und von Jöran vorbildlich moderierte Veranstaltung in der schönen Urania.

In der Opening Keynote ging Dirk Van Damme von der OECD auf die fundamentale Bedeutung von OER für den Wandel von Gesellschaft ein, auch wenn seine Argumentation etwas neoliberal überformt war. Dennoch ein guter Einstieg in die Tagung, von der ich mir auch erhoffte, konkrete Ansatzpunkte und Beispiele für diese transformatorische bzw. katalysatorische Wirkung von OER zu bekommen.

In den Barcamps wurde eifrig diskutiert und auch einige gute Idee, wie z.B. die Zusammenarbeit von Hochschulbibliotheken und IT-Einrichtungen angerissen. Im Unterschied zum letzten Jahr gab es aber für meinen Geschmack zu wenig Praxiserfahrung (so wie damals mit Bezug auf Niederlande und Belgien), von denen wir lernen könnten. Stattdessen wurde nochmals die Potentiale für Schule und Hochschule aufgegriffen, was zeigt, dass es noch eine ganze Zeit dauern wird, bis die nächste “Entwicklungsstufe” erreicht ist.

Als positives Signal steht für mich das Bündnis Freie Bildung, das feierlich bekannt gemacht wurde. In einer kleinen Arbeitssitzung wurde der Aktivismus (das ist rein positiv gemeint) spürbar, den es braucht, um OER voranzubringen.

Mit meinen beiden Talks bin ich sehr zufrieden und fühle mich bestärkt, meine kritische Forschung weiter voranzutreiben. Hier eine kurzer Einstieg ins Thema der bildungsphilosophischen Analyse von Open Education:

Interview mit Dr. Markus Deimann from kooperative-berlin on Vimeo.

Und die Folien der Vorträge