Zum Change-Begriff im Bildungsbereich #100DaysToOffload

Kaum ein anderes Thema wird seit Jahren so intensiv diskutiert, wie Change, ein gleichsam schillernder wie nebulöser Begriff. Gemeint ist damit, dass sich die „Dinge“ ändern sollten oder müssen und dass dazu neue Maßnahmen, Regelungen, Handlungen, Praktiken etc. braucht.

Im Bildungsbereich nehme ich Change seit vielen Jahren in den Diskussionen über das E-Learning bzw. die Digitalisierung nach. Um hier etwas mehr Klarheit über den Begriff zu bekommen, habe ich mir das folgende Buch angeschaut.

Adrianna Kezar (2018)

How Colleges Change
Understanding, Leading, and Enacting Change

https://www.taylorfrancis.com/books/colleges-change-adrianna-kezar/10.4324/9781315121178

Für eine erste Eingrenzung schlägt die Autorin folgende Teilaspekte vor, die auf bestimmte Weise Change im Zusammenhang mit der Hochschulbildung ausdrücken.

  1. Adaption: Die Anpassung der Hochschule an äußere Kräfte, um damit das ursprüngliche Kräftegleichgewicht wieder zu herzustellen.
  2. Isomorphismus: Geht noch weiter als Anpassung und meint Nachahmung und Angleichung an die Strukturen einer anderen Organisation, um dieser immer ähnlicher zu werden, beispielsweise durch Zwang oder normativen Druck.
  3. Innovation: Z.B. wenn ein neues Programm oder ein neuer didaktischer Ansatz implementiert wird. Im Unterschied zu Veränderungen der ersten oder zweiten Art, ist der Change intern veranlasst, d.h. die Hochschule startet selbst damit und arbeitet sich nicht nur an externen Herausforderungen ab. Im Buch „Learning Innovation and the Future of Higher Education“, das ich hier für einen Vortrag verarbeitet habe, wird diese Form von Innovation beschrieben.

Für jede dieser Veränderungsformen lassen sich Beispiele anführen.Ich werde mir dazu für einen weiteren Beitrag die digitale Transformation anschauen und versuchen, bestimmte Veränderungsmuster an Hochschulen zu identifizieren.

Ein Kommentar

  1. Eine Change-Prozess wird sicher immer durch eine Mischung der drei genannten Punkte motiviert sein, wobei die Schwerpunkte natürlich individuell sehr unterschiedlich ausfallen können. Ich finde aber wichtig, ob ein Wandel proaktiv oder reaktiv passiert, ob man präventiv mögliche zukünftige Herausforderungen adressiert oder ob man einfach nur eine Löschdecke auf das Feuer wirft, das am höchsten lodert. Für die proaktive Vorgehensweise fehlt den meisten Hochschulangehörigen wohl schlicht die Zeit, dass zu tun.

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