Monatsnotiz April 2019

Ich glaube, dass ich Gefallen an dieser für mich neuen Rubrik finden werde, da es tagebuchähnlich und öffentlich mir die Gelegenheit gibt, den vergangenen Monat nochmal Revue passieren zu lassen.

Bevor es losgeht, noch eine kleine Notiz für mich selbst, mit psycho-hygienischer Absicht. Ich sitze gerade im ICE 585 von Lübeck nach Hannover, pünktlich losgefahren, dann wegen Menschen Tieren im Gleis ausgebremst und nun eine Verspätung von 20 Minuten eingefahren. Hat auch was Gutes, denn dafür muss ich nicht wieder einmal in den Ersatz-IC umsteigen, sondern warte in der DB Lounge auf den nächsten, regulären IC, der dann auch durchfährt von Hannover nach Hagen.

Für mich ging der Monat mit einem kleinen Urlaub, ein verlängertes Wochenende in Paris, los. Dort konnte ich noch den Notre Dame in voller, wenn auch eingerüsteter Blüte bestaunen, bevor er leider ein Opfer der Flammen wurde. Direkt im Anschluss an die Rückkehr ging es für mich wieder zum Flughafen HH, um von dort nach Dublin zu fliegen, denn die OER19 stand vor der Tür. Ich hatte mich im Vorfeld dazu entschlossen, die Reise von Dublin zum Konferenzort Galway mit einem Mietwagen zu machen, verbunden mit einem kleinen Roadtrip. Ich bin schon mehrmals in Großbritannien Auto gefahren und einmal in Zypern auch mit einem entsprechend ausgestatteten PKW. So freute ich mich auf die Wiederentdeckung vorherig erlernter Fähigkeiten.

Das Auto nahm ich direkt am Flughafen entgegen, stellte das Navi ein und fuhr los. Mein erster Stopp war eine kleine Küstenstadt südlich von Dublin. Das Wetter war gruslig regnerisch und der Fahrspaß hielt sich für mich in Grenzen. Nach Fish-and-Chips-Kaffee-Pause verließ ich den Ort und fuhr nach Limerick, wo ich mir ein Zimmer für die Nacht gebucht hatte. So langsam wurde das Wetter auch besser und das Road-Trip-Feeling stellte sich ein. Am nächsten Morgen gönnte ich mir ein Full Irish Breakfast, das mich auch über den ganzen Tag tragen sollte.

Full Irish Breakfast

Ein sehr typisches Reiseziel für Irland-Touristen sind die Cliffs of Moher, die ich mir auch wieder (Erstbesuch 1993) anschauen wollte. Es lohnt sich wirklich, die Aussicht ist atemberaubend, was ich auch in einem Tweet zum neidisch machen verarbeitete.

So konnte ich voll mit Irland-Impressionen in die zwei Konferenztage gehen. Praktischerweise gab es auch die Möglichkeit, kostenlose Parkplätze an der Universität zu nutzen, was mir die teueren Parkgebühren am Hotel ersparte. Auch sonst war die OER19 sehr gut organisiert und war trotz der höchsten Teilnehmer*innen-Anzahl aller Zeiten noch gewohnt familiär. Über die hohe Qualität ist schon mehrfach berichtet worden, ich stimme dem völlig. Es war eine überzeugende Mischung aus inspirierenden Keynotes und Sessions mit einem hohen interaktiven und partizipativen Charakter. Eine solche boten Jöran, Gabi, Sonja und ich auch an. Dabei ging es um die Idee der #untagetedopenness, d.h. den impliziten Vorstellungen über die Nutzungsmöglichkeiten, die wir uns bei der Erstellung von OER machen (siehe ausführlich dazu Jörans Meinungsbeitrag „Kann denn nicht ein einziges Mal jemand an die Lernenden denken?!“). Dazu haben wir im Vorfeld ein kleines Video produziert. Zu Beginn der Session wurde das Video ebenfalls präsentiert, was für eine heitere Atmosphäre sorgte. Das OER-Publikum ist aber auch sehr dankbar für solche Aktionen. Daran anschließend ging es um die Diskussion von drei Leitfragen – vor Ort und im Netz. Zusammengefasst wurde das mittlerweile in diesem Blogpost. Auch die Aufzeichnung liegt vor.

Der Talk „Won’t somebody PLEASE think of the learners? Helen Lovejoy und OER

Nach der OER19 war wieder ein kleiner Urlaub über Ostern in meiner Heimat der Kurpfalz angesagt. Ich nutze dies für die Lektüre des Buchs Utopien für Realisten des niederländischen Historikers Rutger Bregman. Dieser sorgte während des Weltwirtschaftsgipfel in Davos mit für den Mainstream provozierenden Äusserungen für Furore. Ich war entsprechend gespannt auf das Buch. Es hielt meinen Erwartungen nicht stand. Gut gefallen hat mir die historische Einordnung von politischen Konzepten wie dem bedingungslosen Grundeinkommen, da hier deutlich wird wie diskursiv solche Themen sind und mit welchen perfiden Mitteln versucht wird, die politische Mehrheitsmeinung zu drehen mit erheblichen sozialen Auswirkungen. Weniger gelungen fand ich dagegen, die auf die Zukunft bezogenen Teile des Buches. Hier fehlen mir überzeugende und klar argumentierte Positionen. Bregman verbleibt meistens im Ungefähren und zieht sich mit Appellen an uns alle geschickt aus der Verantwortung, die er mit Aktionen wie in Davos oder seinem Buch sich aufgebaut hat.

An der FernUniversität stand für mich der wie gewohnt abwechslungsreiche Lehrstuhl-Alltag an. Auch eine neue Episode des Feierabendbier Open Education habe ich mit meinem viel beschäftigten Kompagnon Christian aufgezeichnet.

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