Call for Participation: Wir sammeln gemeinsam positive Beispiele für digitale Bildung, mit denen ich bei den radikalen Skeptiker/innen überzeugen will

Liebe Community,

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am 22.10.2016 bin ich für einen Vortrag für die Tagung future iii der Gesellschaft für Bildung in Wissen in Offenburg eingeladen und möchte einen Versuch wagen. Dabei geht es um das Motto „Practice what you preach“ – Openness gepredigt und gelebt.

Um das zu verstehen, muss man den Hintergrund und den Kontext der Tagung bzw. der sie veranstaltenden Gesellschaft kennen. Bildung und Wissen geht sehr kritisch mit der Digitalisierung um, was am Thema der letztjährigen Tagung „digitaltechnik zwischen freiheitsversprechen und totalüberwachung“ (es ist absichtlich alles klein geschrieben, aus welchem Grund auch immer), klar gemacht wird.

Kritik finde ich – und wer mich kennt, weiß das auch – sehr wichtig für die Debatten zu Bildung, Offenheit und Digitalisierung. Bei der Tagung letztes Jahr ging es jedoch sehr polemisch, etwa mit unsachlichen Angriffen auf bestimmte Personen aus der Bertelsmann Stiftung zu.  Auch schien Digitalisierung fast ausschließlich mit Dystopie gleichgesetzt und der Diskurs kreiste einseitig um die Themen Überwachung, Kontrolle, Manipulation etc. Nochmal, mir geht es nicht darum, dies zu relativieren oder gar zu negieren, sondern eine Alternative, ein anderes Narrativ zu entwickeln.

Mein Vortrag soll Open Education behandeln, welche Themen dies sind, will ich hier sammeln, um dann daraus eine erzählbare Geschichte zu machen. Dabei sollen auch meine Erfahrungen mit diesem Call for Participation eine Rolle spielen.

Nun zur konkreten Beteiligung:

Ich suche nach Themen, Ideen, Ansätzen, Projekten etc, die ein positives Bild von Digitalisierung im Zusammenhang mit Openness zeichnen. Es soll um die damit verbundenen Werthaltungen gehen, so wie etwa OER mit einer Kultur des Teilens oder cMOOCs mit einem offenen Lernereignis verbunden sind. Also weniger Produkte und mehr Prozesse. Gerne auch mit konkreten Beispielen, mit denen der Wert illustriert wird.

Vorschläge, egal welcher Art und wie umfangreich, bitte in die Kommentare hier, in die Google Slides, oder per Twitter.

 

==Update==

Auf dem 1. FernUniCamp habe ich einen kurzen Input zur Aktion gemacht.

 

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11 Kommentare

  1. Lieber Markus,
    die Idee, hier Deine Ideen zu teilen, finde ich ziemlich gut! Ich muss spontan an die vielen Lehrveranstaltungsblogs und E-Portfolios denken, die seit gut 10 Jahren vielerorts entstehen. Sie wirken heute schon fast ein wenig altbacken und wie aus einer anderen Zeit; gleichwohl suchst Du ja nach guten Beispielen ;-). Und die sind es allemal. So sehe ich seit Jahren dabei zu, wie sich Studierende beim Bloggen schwer tun, es dann doch versuchen und von den Gruppeneffekten positiv berichten. Im technisch-funktionalen Sinn gewinnen sie auch an Medienkompetenz, was ich angesichts der sozialen Lernerfolge aber nachrangig finde. Mit OER haben all diese Initiaven erst einmal nichts zu tun, aber sie wären anschlussfähig: So wäre es m.E. sehr wichtig, schon mit Studierenden die Bedinungen für/gegen Openness zu erfassen und zu erfahren. Dazu eignen sich Werkzeuge wie Blogs sehr gut.
    Liebe Grüße,
    Sandra

  2. Hiho,

    toller Einsatz, ich habe mal ein paar Folien erstellt, Du hübschst die dann sicher für Dich passend noch auf. Eine Idee: erzähle erst am Ende, wie Du auf die Beispiele gekommen bist (und nicht, wie es der kleine Wissenschaftsengel auf der linken Schulter sagt, am Anfang als Methodikbeschreibung) und dass das ja quasi ein meta-Beispiel ist, das bringt ggf. mehr Aufmerksamkeit dafür, dass es funktioniert. Vielleicht fällt mir noch mehr ein…

    VG Anja

  3. Hi Markus,

    es ist leider unmöglich Polemiker oder radikale Skeptiker mit guten Beispielen zu überzeugen. Die finden immer ein Argument dagegen. Und leider bieten Aktionen und Initiativen, die das Thema Digitalisierung und Offenheit euphorish Hochleben, immer noch und immer wieder eine breite Schußfläche dafür.

    Ich würde die ehrenwerte Gesellschaft jetzt auch nicht direkt attakieren, wenn du z.B. deren Rechtschreibekompetenz angreifst. Die Kleinschreibung des Titels hat m.E. sowieso eher designtechnische Gründe und solange man es versteht…

    Also zunächst würde ich die Fragestellung der gesamten Veranstaltung in Frage stellen.

    „Was können digitale Medien überhaupt leisten?“

    Es ist doch so, die Digitalisierung, mit all ihrem Gut und Böse, wird nicht mehr weggehen. Die Bildungsverantwortlichen müssen sich also eher fragen:

    „Was müssen digitale Medien leisten? Wie können sie Bildung und Wissen positiv unterstützen, damit diese u.a. die Digitalisierung positiv beeinflussen kann? (Dann hat das ständige Versionieren von althergebrachtem vielleicht auch einmal ein Ende)

    Und dann fragst du, warum die ehrenwerte Gesellschaft eine Webseite hat und warum sie die Vorträge aufzeichnet. Ich hoffe mal nicht weil man das heutzutage halt so macht oder aus rein marketingtechnischen Gründen.

    Und dann kannst du weitermachen (wenn’s passt): „Wie wäre es, wenn diese Videos unter einer offenen Lizenz stehen würden…“

    Und wenn du selbst und andere Redner mutig sind, dann verbietet doch einfach die Aufzeichnung eurer Vorträge zu veröffentlichen. Einfach so, zur Demonstration (doppeldeutig).

    Wenn du weiterhin, vor Ort, am Beispiel, veranschaulichen möchtest, wie sich die Digitalisierung positiv auswirken kann, dann frag doch z.B. am Ende deines Vortrags nach den Fahrzeiten der Züge von OG nach Hagen, mit der Bitte nicht Handy & Co. zu konsultieren. Du darfst das natürlich, du bist ja nicht dagegen.

    Und wenn du doch etwas sticheln möchtest, dann beginne doch deinen Vortrag in etwa so: „Schön, dass ich hier in der symBadischen Provinz- und Kreisstadt des Ortenau sein darf…“

    Wenn du aber doch nur positive Beispiele zum Thema Digitalisierung im allg., und OER im speziellen, suchst, dann ist für mich die Nr. 1 unbedingt die Entstehung des L3T-Lehrbuches (http://l3t.eu/homepage/) sowie die anderen Aktivitäten der TU Graz um Ebner & Schön (z.B. coer, iMooX… http://imoox.at/). Im Bereich Schule konkret, und darum dreht es sich ja bei der Tagung, fällt mir leider kein erwähnenswertes Beispiel ein.

    SymBadische Grüße aus dem Breisgau, direkt neben der Ortenau,

    Boris

    • Danke Boris, das Nachfragen im Sinne der Sokratischen Methode kann funktionieren, es kann aber auch zu Blockade führen. Ich will eigentlich nicht auf diesem Niveau argumentieren, sondern sachlich, ohne Polemik aufzeigen, was es alles gibt.

      • Mooin Markus! (sehe gerade, dass du leider nicht mehr in Hagen sondern nun in Lübeck bist)

        Also du zeigst ja nicht Schwächen auf, sondern Stärken. Und wenn du dabei nicht auf Angriff gehst und sachlich bleibst dann kommst du auch nicht als Till Eulenspiegel rüber, als Missonar oder Evangelist schon gar nicht.

        Angenehmes Wochenende
        Boris

  4. Na, da begibst du dich ja in die Höhle des Löwen, sprich Digitalisierungskritikers Lankau. Ob der und die sich durch Positivbeispiele beeindrucken lassen? Da bin ich skeptisch. Die grundsätzliche Abwehrhaltung trieft doch schon durch die ganze Ankündigung. 1. Frage: Digitaltechnik im Unterricht überhaupt? Und dann die „überraschende Antwort, nein“ die sie selbst nicht so zu überraschen scheint, denn „das korrespondiert mit pädagogischer Praxis und der Hattie-Studie“. Also schön grundsätzlich werden und erstmal mit der Frage beginnen: „Was können digitale Medien überhaupt leisten?“ Da wäre es doch konsequenter zu fragen „Was können Medien überhaupt leisten?“

    Antworten ergeben sich halt nicht nur aus der PISA-Studie. Man müsste schon das ganze Spektrum der Fachliteratur heranziehen, den Austausch von Medienpädagogen, Mediendidaktikern, Fachdidaktikern und Informatikern suchen und fördern. Positivbeispiele gibt es m.E. genügend und es ist ein Armutszeugnis, wenn die Akteure in Schule und Hochschule diese bis heute nicht kennen und nicht selbst in der Lage oder willens sind, diese zu finden und zu nutzen. Für meinen eigenen Bereich (Naturwissenschaften) erinnere ich nur an Simulationen und Modellbildungssysteme, Auswertung von Messdaten u.v.m., die ohne digitale Medien heute – auch in der Schule – kaum noch denkbar sind.

    Oder zum Aspekt Lernen über Medien: Die Programmierumgebung Scratch und deren weltweite Community (https://scratch.mit.edu), die eindrucksvoll zeigt, dass neben dem technischen Aspekt die Vermittlung grundlegender Fähigkeiten (wie systematisches Problemlösen, Experimentieren, Zusammenarbeit und voneinander lernen) keine leere Worthülse bleibt, sondern konkret praktiziert wird, auch weil neben den eigentlichen Adressaten (den Schülerinnen und Schülern) die Lehrenden und die Eltern konsequent eingebunden werden.

    Bin jedenfalls schon gespannt auf deinen Bericht danach …

    • A propos nur Medien (Bücher, Radio, Fernsehen, etc.)… Die standen ja schon von jeher in der Kritik. Ein kurzer Abriß dazu findet sich hier http://dachkm.org/wiki/index.php/Schule_2.0#mkritik

      Heute habe ich auch (im Radio) von einem vorzeigbaren Beispiel zum Thema soziale Medien in der Schule erfahren:

      Deutscher Lehrerpreis > Preisträger 2016 der Kategorie „Unterricht innovativ“

      1. Preis: Team „Smartphones und Tablets im Unterricht? Bitte einschalten!“, Baden-Württemberg, Friedrich-Gymnasium Freiburg

      http://www.lehrerpreis.de/?id=25

    • Lieber Joachim,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Mir ist bewusst auf was ich mich da einlassen und habe daher auch nicht vor, die Digitalisierungsskeptiker/innen zu missionieren. Ich möchte sachlich, unpolemisch zeigen, wie Kollaboration im Netz und mit dem Netz funktionieren kann. Als konkretes Beispiel. Es werden sicherlich noch viele Einwände kommen, da es Kern ja nicht um Technik, sondern um die Haltung dazu geht.

      Ich bin dennoch auf die Reaktion zu meinem Vortrag gespannt und werde anschließend gerne berichten.

  5. Ich weiß schon, „innovation“ an sich überzeugt Skeptiker nicht. Nur ist Innovation anscheinend stärker mit OER verbunden wie mit der traditionellen Lehrbucherstellung – behaupten wir zumindest hier: Martin Ebner, Anja Lorenz, Sandra Schön und Andreas Wittke (2016). Offene Lizenzen als Treiber für neuartige Kooperationen und Innovationen in der Bildung. In: GMW 2016, Tagungsband online (ebenso: München: Waxmann), URL: http://2016.gmw-online.de/056/

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